Diätplan bei Atopie, Diabetes m., Stoffwechselstörungen
Diabetes mellitus I , Sonderform LADA
In Deutschland haben 95 % aller Diabetiker Typ-2-Diabetes. 5 % aller Patienten sind von Diabetes mellitus Typ-1- betroffen. Unter den Typ-2-Diabetikern sind 10% undiagnostizierte Typ I - Diabetiker, bei denen der Insulinmangeldiabetes durch autoimmune Antikörper verursacht wird. Dieser verzögert auftretenden Typ-1-Diabetes heißt LADA Diabetes. Die Ursache ist Genetik; Erkrankungen (Abwehrschwäche), Viren, Umweltgifte bilden den Start-Auslöser für den allmählichen Untergang der insulin-produzierenden Inselzellen. Beim LADA werden vier Arten von Antikörpern nachgewiesen: 1. Zytoplasmatische Antikörper direkt gegen die Inselzellen = Inselzellen-Antikörper (ICA) 2. Antikörper gegen das Enzym Glutaminsäure-Decarboxylase (GADA oder GAD 65) 3. Antikörper gegen das Enzym Tyrosinphosphatase IA-2 (IA-2) 4. 4. Antikörper gegen Insulin selbst = Insulin-Autoautoantikörper (IAA) Diese Antikörper als Ausdruck der überschießenden Immunreaktion können allein oder in Kombination vorkommen. LADA- Diabetes wird wie kind-jugendlicher Diabetes mellitus I mit Insulin behandelt, um die Restorganfunktion der Bauchspeicheldrüse möglichst lange zu erhalten. Orale Antidiabetika wie Metformin verbrauchen schneller vorhandene Insulinreserven. Diabetes-Diät schont das Inselorgan.
LantusR (Glargin) ist ein bewährtes modernes Langzeit (24 Std.)- Basis-Insulin. Beginnend mit 2 E. 18 Uhr mit Pen in den Oberschenkel gespritzt kann um je 2 E. alle 3-7 Tage gesteigert werden, um einen sicheren Blutzuckerspiegel morgens zwischen 60 und 120 zu erzielen. Es kommt vor, daß der Basisbedarf an Lantus nach einer Stabilisierung leicht sinkt. Am Bett und tags griffbereit sollte wegen Unterzuckerungsgefahr stets Traubenzucker liegen. (BZ=Blutzucker, E. =Einheit Insulin, BE=Broteinheit)
HumalogR (Lispro) ist ein modernes synthetisches 4 Std.-Insulin, schneller als Altinsulin. Es kann auch nach dem Essen unter Berechnung der aufgeommenen BE´s in die angehobene Bauchfalte subcutan mit Pen gespritzt werden.
Typisch ist der Verbrauch von 2 E. Altinsulin oder Lispro pro 30 mg Blutzucker oder 1 BE.
1 BE =2 Tbl.Traubenzucker :
100g Dextro Energy=17 Tbl.Traubenzuckerplättchen = 81g Glucose + 8g andere KH; 1 Tbl.= 6g = 4,86g Glc;
1 BE 8.00h gegessen macht BZ-anstieg um : 8.30h: 30 mg% , > 18.00h bis 40 mg% .
1 E. HumalogR 8.00h (bei 200-300mg BZ) senkt BZ 4Std. um 30 mg% , 18.00h um 40 mg% .
1 Std. Hausputz/ Staubsaugen senkt Bz um 60 mg%,
1 Std. Stadteinkauf hastig senkt BZ um 40 mg%
1 Std. Fahrradfahren zügig senkt BZ um 30 mg% ,
1 Std. Treppensteigen/Gartenarbeit senkt BZ um 80 mg%
Tipp: 1 Tag ruhen (ohne Anstrengung), keine BE´s essen.
LantusR-Basisbedarf durch Verbrauch von Lispro = HumalogR oder Altinsulin berechnen.
Die optimalste schonenste Diabetes I Einstellung kann mit modernen Insulinpumpen erreicht werden. Das ist zwar teurer, aber sicherer. Die Pumpen werden alle 6 Tage mit Altinsulin gefüllt, eine sehr feine Nadel mit einem Hautfreundlichen Pflaster wasserdicht am Bauch befestigt, die Pumpe am Gürtel ist unauffällig klein, liefert über einen hautfreundlichen weichen ausreichend langen Ssilikonschlauch das Altinsulin zur Nadel in die Haut. Sensoren bestimmen den Blutzucker, so daß nach Eichung der größte Teil der blutigen Messungen entfällt. Sehr wichtig ist die automatische Abschaltung der Pumpe, wenn mit dem eingebauten Sensor ein kritischer Blutzuckerwert von unter 60 mg%, aber auch über 140 mg% gemessen wird. So vermeidet die neue Pumpe Unterzuckerungen besonders im Schlaf sowie Überzuckerung. (Jede einzelne Blutzuckerspitze über ca. 180 mg% verursacht u.U. (!) Mikro-gefäßschäden. Daher ist ein solches Warn-Pumpensystem die z.Zt. beste Versorgung. Zu jeder Mahlzeit kann eine Alt-Insulinmenge dazu „gedrückt“ werden.
Produkt z.B. Mini Med ParadigmR mit Veo 7543 ml , Fa. Medtronic GmbH , Earl-Bakken-Platz 1 , 40670 Meerbusch 02159/8149-370 , fax: -110
Typ 1 Diabetes ist eng mit den Histokompatibilitätskomplexen HLA DR3 und HLA DR4 verknüpft. Es sind bei der Mehrheit der LADA Patienten die gleichen Risikoallele wie beim Typ 1 Diabetes (e.g. HLA-DRB1* und HLA-DQB1*). Auch andere Parameter der zellulären Immunität und des Zytokinprofils (e.g. Interleukin 4a, Interferon-γ) sind gleich bei Typ 1 Diabetes und LADA. Es existiert keine genetische abgrenzende Diagnosemöglichkeit, da sich die Ausprägung der diabetesassoziierten Gene mit dem Alter ändern kann. Der Typ 2 Diabetes besitzt eine stärkere genetische Assoziation als der Typ 1 Diabetes. Selbst bei eineiigen Zwillingen liegt die Wahrscheinlichkeit für Typ 1 Diabetes bei beiden Zwillingen nur im Bereich 30 – 40%. In Familien mit Typ 2 Diabetes kommt es zu einer Häufung von Diabetesfällen. LADA-Patienten weisen die gleichen Antikörper wie Typ 1 Diabetiker auf. Dementsprechend wurden für Patienten mit diagnostiziertem LADA Diabetes in der Familienanamnese nicht häufiger Diabeteserkrankungen berichtet. Jedoch weisen Eltern von Typ 1 LADA-Diabetikern vermehrt Antikörper im Blut auf. Wie beim Typ-1 Diabetes lassen sich auch beim LADA andere Antikörper für immunologisch vermittelte Erkrankungen nachweisen, so für Autoimmunreaktionen der Haut (Vitiligo), inneren Organen (Morbus Addison, perniziöse Anämie, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) und Coeliakie: Glutenunverträglichkeit. Nur ein Teil dieser Patienten entwickelt jedoch klinische Symptome dieser Erkrankungen. Anamnestische und phänotypische Merkmale, die für LADA Diabetes sprechen sind: Alter bei Diagnose eines Typ 2 Diabetes <50J., schlank BMI (<25 kg/m²).
- Akute Symptome wie Polyurie, Polydipsie oder Ketonurie bei Diagnose (selten)
- Anzeichen von weiteren Autoimmunreaktionen beim Patienten
- Familienanamnese von Autoimmunerkrankungen
- Gutes Ansprechen auf Insulin
- Rascher Wirkverlust von oralen Antidiabetika
- Niedrige C-Peptid- und Insulinspiegel im Blut
Beweisend für LADA ist der Nachweis von Antikörpern im Serum (GAD 65=Glutamat-decarboxylase und ICA=Inselzell-Antikörper) oder im Kapillarblut IAA Insulin-Auto-antikörper. IAA sollten nur bei Patienten bestimmt werden, die mit noch nicht mit Insulin behandelt wurden. Die Bestimmung von IA-2 Antikörper ist nicht so sensitiv wie die Bestimmung von GADA und sollte nur bei fortgesetzter Unklarheit nach den anderen Antikörpertests durchgeführt werden. GAD-Antikörper werden auch bei anderen autoimmunen Endokrinopathien (e.g. Schilddrüse, Morbus Addison NNR) und regelmäßig bei neurologischen Erkrankungen gefunden. Die Sekretion der β-Zellen wird von Metformin, schwerer von Sulfonylharnstoff oder Glinid zerstört. Metformin ist nur bei älteren schwer-übergewichtigen LADA-Patienten indiziert, da diese ebenfalls unter einer Insulinresistenz leiden können, was gemessen werden kann. Bei der Diagnose eines LADA muß kurzfristig mit Umstellung der oralen Diabetestherapie auf Insulin gerechnet werden. Eine frühzeitige Insulinisierung wie auch konsequente Diät tragen zu einer Verzögerung des Untergangs der β-Zellen in der Bauchspeicheldrüse bei. Für den Typ 1 Diabetes wie LADA gilt die „Honeymoon-Periode“ : Viele Patienten erleben nach der initialen Insulintherapie eine Zeit (wenige Wochen bis Monate) der stabilen Stoffwechseleinstellung bei niedrigen Insulinbedarf, zum Teil kann für kurze Zeit scheinbar ganz auf Insulin verzichtet werden !
Diätplan bei Diabetes mellitus, Atopien und Fettstoffwechselstörungen wie Hyperlipoproteinämien:
I Hypertriglyceridämie fettinduziert ; II a, b- Hypercholesterinämie IV Dominant Familiäre Hypertriglyceridämie (Triglyceride200-500mg/dl) (erhöhtes Infarktrisiko)
| Fleisch | Pute, Lamm, Kalb, Wild, Strauß, Lachsschinken |
| Fisch | Forelle, Seezunge, Rotbarsch, Viktoria-Kaiserbarsch, Zander; Dorsch, Kabeljau, Hecht |
| Milch | Soja-; 1,5% Kuh-, Quark, Yogurt, Dickmilch (Lüne best), Festkäse (fettarm), Kefir, |
| Frischkäse | Hütten-, Jocca-, Körniger, Stuten-Schafs-Ziegen-milch-; Tofu kalorienarm |
| Reis | wegen Schadstoffbelastung eher ohne Schale |
| Kartoffeln | als Pellkartoffel mineralreicher |
| Roggennudeln | ohne Hohlraum und ohne Ei, zuckerfreie Hefe(-teilchen), Haferflocken |
| Brot | Roggenvollkorn-,light+cross-Knäcke-,Reis-/-waffel, Pumpernickel, Tapioka, Salzstangen |
| Körner | Sesam, Leinsamen, Hafer-, Weizenkleie, Mais, Grünkern, Buchweizen, Hirse, Dinkel |
| Pilze | Champignon, Pfifferling, Steinpilz ; wenig Oliven-, Distel-, Kürbiskern-, Weizenkeimöl |
| Nüsse | Walnuß, Mandel (Kalorienreich: Hasel-Erd-Kokosnuß, Dattel, Marone, Eßkastanie) |
| Obst | Melone, Mango, Heidel-, Brom-, schwarze Johannis-, Joster-beeren; Reneclaude-Kaki-Pflaumen, Birne, Aprikose, Clementine (1-4J.), ¼ Banane, Mandarine, Apfelsine, Pampelmuse, Zitrone, Mirabelle, Holunderbeere, Papaya, Karambole-Sternfrucht, Litschi, Feige |
| Kopfsalat | Gurke, Tomate, gelbe/grüne Paprika, Zucchini, Aubergine, Spargel, Artischocke |
| Gemüse | Broccoli, Kohlrabi, Erbse, grüne Bohne, Lychee, Gemüsezwiebel, Bambus Gurkenkraut= (Borretsch), Avocades, Pastinaken, Karotten ab 5 Jahren. |
| Gewürze | Schnittlauch, Petersilie, Dill, Kresse, Thymian, Majoran, Oregano |
| Tee`s | 5 Minuten ziehen lassen: Anis, Fenchel, Kamille, Melisse, Lavendel, Thymian, Veilchen, Salbei-, Linden-, Holunderblüten, Süßholz-, Tormentill-, Eibischwurzel, Hibiscus, Malven, Irish Moos, Efeu, Eucalyptus, Cineol, Pfefferminz, Huflattich, Spitzwegerichkraut, Schlüssel-, Wollblume, Teebaumöl, Taigawurzel, Brennessel... |
| Mineralwasser | z.B. Carolinen 1:1 mit zuckerfreien Obstsäften, Instant Kaffee (ab 6 Jahre) |
| Süßungsmittel | Steviosid / Rebandiosid A aus Blättern der Stevia rebaudiana Staude in Bergkette Paraguay-Brasilien, aus fermentierten Blättern: Steviol(Diterpen)-glycoside |
Taillen Umfang
bei Frauen: <80 cm,
bei Männern < 90 cm.
Body Mass Index=kg(KG) : m2 (KL) {19-25}
=> Reduktionsdiät: (1000 cal/Tag) ; 1800 cal / Tag (Frau), 2400 cal / Tag (Mann)
=> Kalorienbedarf : Kleinkinder 80 cal/kg, Schulkinder 65 cal/kg/Tag.
Stevia rebaudiana ist eine südamerikanische Staude der Gattung Asteracea, Tribus: Euphatorieae aegeratinae aus der Amambai-Bergkette zwischen Paraguay und Brasilien. Die Staudenblätter enthalten wasserlöslichen Süßstoff, dessen Süßkraft > 30x höher als die von Rohrzucker ist: 50g Steviosid entspricht 12,5 kg Rohrzucker. Aus fermentierten Blättern werden hydrophile Steviol=Diterpen-glycoside gewonnen, die keine Kalorien enthalten, Karies durch kompetitive Hemmung und Verdrängung von Rohrzucker aus Speichel verhindern, Plaquebildung hemmen, stärker als grüner Tee antioxidativ wirken (anti-carcinogene Wirkung) und ohne Kontraindikation als Süßungsmittel bei Diabetes mellitus, Lactose-, Sorbit- und Fructoseintoleranz (Lactase-Fructase-Enzymmangel) eingesetzt werden können. 1/10-tel eines Blattes kann direkt gekaut werden und reicht zum Süßen aus. ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )
Eine Unbedenklichkeitserklärung der WHO liegt vor. Über 40% des japanischen Süßungsbedarfs wird durch Stevia gedeckt!
Literatur:
- Klevers Kalorienkompass, Gräfe Unzer Vlg. Kalorien Mundgerecht, Umschau Vlg.
- Die große GU-Nährwert-Tabelle /Prof.Cremer et al. Gräfe Unzer Verlag
- Das Kochbuch für Diabetiker/D.Birk ,E.Pospisil Ehrenwirt Vlg.
- Das Backbuch für Diabetiker u. Übergewichtige/E.Meyer-Berkout & A.Feuerlein, Südwest-Vlg.-GU Kompaß E-Nummern 100 gesunde Rezepte , L.Brion et al. über: GBK-NRW eV., J.-Weyer-Str.1 , 40225 D.
Erfahrungen und wiss. Daten zu Soja-Formula und Milchen
Die Erfahrung von 27 Jahren ambulanter Pädiatrie in eigener Praxis hat gezeigt, daß > 35% der vorgestellten Säuglinge atopische Ekzeme und „Nabelkoliken“ unter Kuhmilch-Babyformula oder Kuhmilch-peptonreicher Muttermilch entwickelt haben. Aus Nordeuropa stammen Daten, die belegen, daß Kuhmilchformula im Säuglingsalter bei Atopikern Auslöser für klinisch relevante „Neurodermitis“ und Asthma bronchiale sind. Einen bezahlbaren Ersatz für Kuhmilchprodukte stellen die Soja-Babymilchen dar. Atopische Ekzeme, Nabelkoliken, Gedeihstörungen erzwingen um die 12. Lebenswoche oft eine Umstellung auf Sojaformula oder Aminosäure-Milchen..
Bis heute habe ich nur Vorteile beim Einsatz von Sojamilchen wie Humana SL oder SOM Milupa feststellen können. Wachstum, Infektabwehr, Schilddrüsen-funktion und Sexualentwicklung der Soja-ernährten Säuglinge waren vergleich-bar mit gesunden Kuhmilch-ernährten Säuglingen. Ab 6 kg /12 L.Wo. erhielten Säuglinge 30 - 300 g Kartoffel-Pute-Kohlrabi-Melone-Beikost pro Tag. Sojamilch-ernährte Säuglinge erhielten ausschließlich Vit.D ohne Fluor. Mit 15 Monaten konnten die meisten Soja-ernährten Säuglinge Kuhmilch vertragen. In Studien sind 60% der Kuhmilchallergiker in Remission bis zum 24. Monat. Alle ostasiatischen, 25% aller nordamerikanischen Säuglinge, das bedeutet > 70% der Kinder unserer Welt werden seit Jahrhunderten mit Sojamilch ernährt oder von Müttern, die Soja verzehren gestillt! Japaner nehmen 40 mg Isoflavone täglich als Sojamilch, Tofu, Miso, Tempeh… auf. 1g Protein enthält 3,5 mg Isoflavone. Über 30.000 Lebensmittel enthalten Soja, Backmittel-emulgator ist z.B. Soja-Lecithin. Bis heute gibt es nur Studien, die den Nutzen der Soja eindeutig beweisen. Soja enthält für Menschen ideale Proteine (50%), Isoflavone, Polysaccharide (25%), ungesättigte Ölsäuren (20%), Mineralien und Vitamine, die Säuglingsmilchen von Milupa und Humana enthalten ausgleichende Calcium und Methioninzusätze. Soja enthält bioaktive Peptide.
Die Isoflavon-Glycoside Genistin, Daidzin und Glycitin werden von Darm-bakterien fermentiert zu Aglyconen: Genistein, Daidzein und Glycitein(10%).
Nur 1% aller resorbierten Serum-Isoflavone liegen in freier aktiver Form (Aglycone) vor, 99% bleiben nach Leberpassage als Konjugat gebunden inaktiv.
Intracellulär reduziert sich die Menge der Aglycone wieder um 99%. So nehmen nur 10-4 Moleküle der aktiven Isoflavone am intracellularen Stoffwechsel teil.
Es gibt gegensätzliche Wirkungen von Östrogenrezeptoren, wenn sie Östrogen oder Isoflavone binden: Isoflavone sind selektive Östrogen-1-rezeptor-Modulatoren. Es gibt 13 SERM. Dazu gehören Tamoxifen und Raloxifen. Nach Lampe, J.W. in Cancer Epidem. Biomarkers Prevention 2007 16 (12) reduzieren hohe Serumspiegel von Daidzein und Genistein die Incidenz von Mamma-Carcinomen und fibrocystischen Adenomen. Genistein vermindert die Zahl terminaler Brustdrüsen-Endknospen, fördert Brustgewebe-Differenzierung. Isoflavone heben die endometriale Zellproliferation nicht an im Gegensatz zu Östradiol. - 17ß-Östradiol hat eine deutlich andere biochemische Struktur als die Isoflavonoide Daidzein und Genistein: Während in Östradiol der Elektronenflow von C1 bis C17 von einem Phenolring auf zwei Cyclohexane und ein Cyclopentan ungehemmt kreisen kann, polarisieren bei den Isoflavonoiden je eine O-brücke und Ketongruppe sowie eine C-C-brücke die 2 Phenolringe. Die Sterik der Moleküle ist völlig different. Die Cyclohexanringe des Östradiols liegen ladungsbedingt in gekippten cis/trans-sterischen Formen vor. In den Benzol-ringen von Daidzein und Genistein sind alle 6 C-atome sp2 hybridisiert, der C-C- bindungswinkel beträgt 120°<. Die C-Atome der Benzolringe liegen in einer Ebene. Darum sind die beiden Elektronenringe energiereich stabil. So haben Polyphenole wie Isoflavonoide strukturelle Differenzen zu 17ß-Östrogen.- Östrogenartige Nebenwirkungen habe ich in der 27-jährigen Langzeit-beobachtung bei Sojamilch-ernährten Säuglingen nicht feststellen können. Auch Kinder ehemaliger Soja-ernährter Patientinnen habe ich wegen Kuhmilch-allergie in meiner Praxis auf Sojamilch umgestellt ohne hierbei Östrogeneffekte feststellen zu können. Studien belegen, daß Mädchen, die Soja ernährt werden ein significant um 50% niedrigeres Brustkrebsrisiko haben.
Bei Frauen in der Menopause nehmen Hitzewallungen um 50% ab (Helsinki).
Bei Männern reduziert Soja die Incidenz und Entwicklung von Prostata-Ca. Cholesterinspiegel werden bei 25g Sojaprotein durch Sojapeptide, die hepatische LCDL-rezeptoren up-regulieren, pro Tag um 20% gesenkt. Der Blutdruck nimmt um >10% ab. Die arterielle Elastizität nimmt zu durch NO aus 54mg Genistein der Soja. Die Harn-Calcium-Harnausscheidung sinkt wegen niedrigem Gehalt von SAA=Schwefel-Aminosäure i.Vgl. zu tierischer Eiweißernährung. Isoflavone hemmen Osteo-klasten, fördern Osteoblasten. Das Postmenopause-Frakturrisiko sinkt bei 54 mg Genistein pro Tag.
Soja steht erst an 55. Stelle der Allergie-Häufigkeit.
Auf Sojaprotein reagieren 31% , auf Paranuß-Gen-Soja 8% atopischer Kinder allergisch. 28 Soja-proteine sind potentielle Allergene, Betv.1 ist kreuzallergen und 5/6tel strukturverwandt mit Gly m 4. Eine orale 48-tägige Apfel-Soja- Hyposensibilisierung würde das Allergie-problem drastisch reduzieren. Die Hyposensibilisierung gegen Erdnuß-Subunit-Oligopeptid ist auch gegen Gen-soja-allergie erfolgreich. Die pädiatrischen Ernährungsempfehlungen sollten nach den vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnissen korrigiert und veröffentlicht werden. Isoflavonoide werden fast ausschließlich aus Sojabohne aufgenommen, fehlen in der traditionellen westlichen Ernährung. Sie haben protektive und wertvolle ernährungsphysiologische Eigenschaften.
Aktualisiert (Samstag, den 14. Januar 2012 um 19:16 Uhr)

