bunte Schlange die sich um einen Stock windet
Dr. med. Helmut Wolschner
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Ratgeber für Ihr Baby
hier Babyratgeber als pdf

Die Geburt, das erste Lächeln, die ersten Schritte Ihres Kindes erfüllen alle Eltern mit besonderer Freude.
In der Schwangerschaft nehmen Sie prophylaktisch 400 µg Folsäure und ungesättigte Fettsäuren (250 mg/Tag DHA und EPA pro Tag) ein. Schwangerschaftsgymnastik für die Becken-Bauchmuskulatur und Brustpflege als Vorbereitung für´s Stillen lohnen sich. Die an Abwehrzellen und Immunstoffen reiche Muttermilch schützt Ihr Kind vor Infektionen, Hautausschlag und Verstopfung. Stillen beugt Zahn-Kiefer-Fehlstellungen vor. Ein fester Schaukelsessel mit breiten, hohen Armlehnen und eine Fußbank helfen beim Stillen. Sorgen Sie für  Ruhe.  Waschen Sie vorher Salben ab. Klopfen Sie beim Anlegen auf das Säuglingskinn, der weitgeöffnete Mund schließt um den Warzenhof! Halten Sie die Nase frei. Wenn Ihr Kind nukkelt oder schmatzt, öffnen Sie mit Ihrem Finger den Mund und legen neu an. Bildet sich in den ersten Tagen zu viel Muttermilch, pumpen Sie mit einer elektrischen Milchpumpe ab, bis Ihr Säugling saugen kann. Frieren Sie die abgepumpte Muttermilch sauber ein! Warzenrisse sind kein Grund abzustillen, legen Sie Zinnkraut-Quarkwickel an und benutzen Sie vorübergehend ein Stillhütchen. Wenn bei Brustentzündung ein geeignetes Antibiotikum gegeben wird, können Sie weiterstillen.
Fragen Sie Ihren Kinderarzt!

Stillende Mütter dürfen alles essen außer:
Zwiebel, Knoblauch, blähende Kohle, rote Paprika, sprudelnde Getränke
saures Obst (Äpfel, Kiwi, Apfelsine, Zitrone, Weintraube, Erdbeere).

Erlaubt sind:
-2 Tassen Grüner-, Schwarztee oder Kaffee pro Tag, stilles Wasser
- viel Reis, Hafer, Mais, Roggenbrot, Soja
- Kartoffel, Broccoli, Kohlrabi, Blumenkohl, Kopfsalat, Gurke
- Yogurt, Dickmilch, Quark, Festkäse
- Melone, Birne, Banane, Mango, Heidelbeeren, Brombeeren, schwarze Johannis- und Josterbeeren, Kaki, Reneclaude-Pflaumen
- täglich 200g Puten- oder Lammfleisch, Seezunge, Rotbarsch, Forelle

Stillende sollten 3 - 5 Liter pro Tag trinken:
- Saft und stilles Mineralwasser, Traubenzucker-Tee`s, Bio-Reis-Sojamilch.

Kuhmilch
gelangt über die Muttermilch in den Säuglingsdarm und löst oft Koliken aus.
Täglich je 200 g Broccoli, Kartoffel, Fisch und Fleisch enthalten genug Calcium. Verzichten Sie bei
Nabelkoliken auf Kuhmilch. Rühreigelbe dünnbreiige Muttermilchstühle sind typisch.

Flaschenkinder sollen spätestens alle 3 Tage stuhlen. Die Windel ist beim Wechsel (6x/Tag) stets naß. Bitte lassen Sie Ihr Kind mit breiten NUK-2-Kautschuk-Milchsaugern bis 6 kg volladaptierte, ab 6 kg teil-adaptierte Kuhmilch oder Sojamilch trinken. Je mehr Saugfläche von den Babylippen umschlossen wird, umso weniger Kaft brauchen sie!

Um Verstopfung zu vermeiden geben Sie je 10 ml Wasser und 1 Teelöffel Oliven-, Raps- oder Distelöl auf 80 ml der fertigen Flasche zu. So perlen 3 Tropfen pro Sekunde aus der senkrecht gekippten Flasche.

Nach jeder Mahlzeit bereiten Sie die nächste Flasche sauber vor: Das abgekochte Flaschenwasser kühlen Sie vor dem Einrühren des Milchpulvers auf 40°C ab, stellen Sie die fertige Flasche in den Kühlschrank. Der Flaschenschaum setzt sich ab. Wenn Ihr Baby sich zur Mahlzeit meldet, wärmen Sie die Flasche im bei 37°C markierten Flaschenwärmer, rollen die warme Flasche zwischen den Händen und haben so Schaumbildung vermieden.

Halten Sie die Flasche unter leichtem Zug, drehen Sie alle 5 bis 10 Züge den Sauger quer im Säuglingsmund, so wird der Unterdruck in der Milchflasche ausgeglichen. Säuglinge können nur begrenzt Milchzucker abbauen und verwerten. Milchzuckerzusatz führt zu Gärung und Darmblähung durch E.Coli-Darmbakterienvermehrung.

Schnuller verformen auf Dauer den Kiefer Ihres Kindes, verursachen Mittelohrentzündung, Blähungen.
Daumenlutschen gewöhnen Sie durch eine Mundvorhofplatte ab. Wenn Ihr Kind hastig trinkt, Luft schluckt, Blähungsschmerzen hat, lassen Sie Ihr Baby „aufstoßen“: Legen Sie Ihre linke Hand unter den Babypopo,
stoßen Sie mit dem rechtem Daumenballen gegen Ihren linken Handrücken, kippen Sie dabei leicht nach links.
Ein warmes Melisse-Lavendelbad, feuchtwarme Bauchwickel alle 10 Minuten gewechselt entblähen,
wärmen
Sie das Bettchen, den Wickelplatz und die Kinderwagenmatratze vor, legen Sie Styropor unter die Matratzen. Massieren Sie im Uhrzeigersinn mit Lavendelöl den Bauch Ihres Kindes. Reinigen Sie unter zartem Druck den Babypopo mit einem in Olivenöl getränkten Wattebausch und sorgen Sie so für Entblähung und Stuhlgang.

Ursache für Luftschlucken ist oft eine verstopfte Nase. Tauchen Sie ein Q-tip-Wattestäbchen in Olivenöl und drehen Sie zart den Schleim samt Borken aus den Nasenflügeln. Das Öl benetzt die meist trockene Schleimhaut, Ihr Kind niest den Schleim ab. Sie können die Nase Ihres Säuglings auch spülen, wenn Sie einen am Finger hängenden Mineralwasser-tropfen an der Nase des liegenden Kindes abstreifen. Die Nasenlöcher dürfen Sie mit Anis- oder Majoranbutter fetten.

Säuglinge erbrechen oft Nahrung, stellen Sie den Lattenrost des Bettchens am Kopfende 15 cm höher. legen Sie eine Nackenrolle unter den Popo. Johannisbrotmehl (Nestagel*) in Wasser eingerührt und auf dem Teelöffel als sämige Flüssigkeit gegeben oder Reisschleim verhindern speien.

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Gesunde Baby´s verdoppeln ihr Geburtsgewicht mit 5 Monaten und verdreifachen es mit einem Jahr. 

Lebensmonat:
2-4  
5-8
9-12
im Säuglingsalter
Trinkmenge:
1/5-
1/6-
1/7-
1/8-tel
des Körpergewichtes
Gew.zunahme:
175g  
150g 
125g
100g bis 75g
pro Woche

Die Körperlänge verdoppelt mit 4. Geburtstag.

Die richtige Schlaflagerung für Ihr Baby ist die Halbschräg-Rückenlagerung auf 15 cm dicken hypoallergenen Matratzen Härte 3.  Drehen Sie Ihr Kind oder das Bett nach dem Wickeln 180° Grad, so wechselt Ihr Baby die Kopfrichtung zum Licht.
Decken Sie Ihr Baby mit hypoallergenen Bettdecken zu.
Wenn feste Krusten das Auge verkleben, drehen Sie die Borken in Wimpernrichtung mit in Olivenöl getränktem Q-tip-watteträger flach heraus. Stellen Sie sich an Straßenrändern vor den Kinderwagen, schützen Sie Ihr Baby vor Zugluft.
Vlies - Fleeze - Stirnbänder schützen Ohren und Nasennebenhöhlen, Mützen stauen Kopfwärme, das Gesicht friert.

Zufüttern
dürfen Sie ab der 12. Lebenswoche je 30 g püriertes Puten- oder Lammfleisch, Kartoffel, Reis, Kohlrabi,
Broccoli, Blumenkohl mit einem Teelöffel Speiseöl, damit es besser rutscht. Als Obst eignet sich Melonensaft neben
20 g Banane pro Tag, Birnen- und Aprikosenmus. Verboten sind Spinat, Rabarber. Sie "stehlen" dem Darm Eisen.
Achten Sie unbedingt in den ersten 6 Monaten auf gliadin=glutenfreie Nahrung, so vermeiden Sie eine Darmentzündung.
Trennen Sie grundsätzlich zwischen  dünnflüssigen Getränken, passierten Breien und fester Nahrung !
Fertiggerichte wie vegetarische Vollwertkost, Makrobiotik und Müsli fördern Allergien und Blähungen.
Streng vegetarische Kost ist gefährlich, denn Kleinkindern fehlen essentielle Eiweißbausteine.

Wund sind Kinder oft unter dem Zahnen mit 3-18 Monaten und bei Infekten .
Reinigen Sie grundsätzlich mit Olivenöl auf 1 cm weichem Wattebausch: Sie können die Ohrfalte, die äußere Ohrmuschel, die Halsfalte, die Achselhöhlen, den Nabel, die Leisten, von vorn nach hinten zwischen großen und kleinen Schamlippen, unter der Vorhaut und sternförmig in den Analfalten alle orgnischen Reste entfernen und Wundsein vorbeugen.
Wegen zu oberflächlicher Hygiene erkranken 70% aller Mädchen an Harnwegsinfektionen!

B
aden können Sie Ihr Kind 2x pro Woche in 38,5°C warmem Wasser mit 1 Eßlöffel Olivenöl, bei Schnupfen und Husten in Melisse-Lavendel-bad + Meersalz. Haare waschen Sie mit pH5-neutralem rückfettendem Jojoba-Shampoo.

Milchschorf
können Sie mit 5-10 % Salicylvaseline in einer Stunde ablösen und nach dem Bad mit einem feinem Kamm gegen die Haar-richtung flach auskämmen. Glycerin der Vaseline festigt in Ceramid eingebaut die Unterhaut!

Ohren können Sie beim Baden spülen, die Ohrmuschel trockentupfen, nie trockenföhnen!

Die Haut nach dem Bad mit Öl-Wasser-Emulsion-Hautbalsam eincremen. Luftige Facettenschluss-Unterwäsche aus Mikrofaser oder kochfester Baumwolle und nach aussen gewendete Nähte schonen die empfindliche Säuglingshaut.

Weichschädel mit 3 Monaten entstehen wegen mangelhaften Vitamin-D-Rezeptoren der Knochenbildungszellen.
Geben Sie 500 IE. Vitamin D und Fluor (Fluor-Vigantoletten* ohne Erdnussöl) täglich über 2 Winter. Ab 6 Zähnen bitte
Zähneputzen 3x/Tag mit 37°C warmem Wasser und z.B. Elmex sensitive-Zahnbürste. Massieren Sie 0,5 ml (Erbse)
Odol-Milch-Zahnpaste mit Xylitol und 500ppm Fluorid mit Ihrem kleinen Finger in die Zahntaschen ein.
Kontrollieren Sie die freigeputzten Zähne Ihres Kindes. - Zahnen verursacht kein Fieber!

Gefährlich
sind Basttragetaschen, die Griffe reißen aus, die Kinder rollen über die instabilen Seiten.
Das lange Liegen der Babies in Tragetüchern oder Wippen verformt die knorpelweiche Wirbelsäule, Muskeln verspannen.
Gehfrei, Babyhopser, Türschaukeln, Finger- und Ohrringe, Halsbänder führen zu Verletzungen!
Halten Sie stets am Wickeltisch einen Oberschenkel des Kindes fest.


Wenn Kinder zittern und frieren, steigt die Körpertemperatur schnell. Die rectal gemessene Temperatur über 38,5°C ist Fieber . Über 39°C geben Sie bitte Paracetamol-(30 mg/kg/4 Std, max.90 mg/kg/Tag), bei Stoffwechseldefekt Nurofen*-Saft oder -Zäpfchen. Auch ein kühles Bad von 32°C über 2 Minuten oder Waden-Bauchwickel helfen. Die Temperatur sinkt, die zentrale Sollwertverstellung normalisiert, die Hautgefäße werden weitgestellt, Ihr Kind schwitzt. Frottieren Sie trocken.
Ihr Kind verliert bei Fieber Flüssigkeit. Bitte steigern Sie tropfenweise die Trinkmenge über 1,2 Liter pro 10 kg / Tag.

Vorsorge-und Impfplan:   

1.-5.Lebenstag
U2
Stoffwechselscreening; Vit.K; HBV+IG bei Infektion;12-Pepton-TBC-vac.   
4.-6-Woche
U3
Rotavirus-Schluckimpfung (Rotarix*-oder Rotateq* bei Immundefekt)
10.-12-Woche
U4
1. DTPa-IPV-HBV-HIB-(- PnC7-MnCC-Rotarix*/Rotateq*-RSV-IG)
16.-18.Woche
2. DTPa-IPV-HBV-(HAV)-HIB-(PnC7-MnCC)
6.   Monat
U5
(Frühgeburt<2500g:+1x DTPa-HBV-HIB-PnC7-MnCC-Influenza-RSV-IG)
12. Monat
U6
3. DTPa-IPV-HBV-(HAV)-HIB- + 1x MnCC
14. Monat 
1. MMR-VZV, falls keine Windpocken durchgemacht, -PnC7
24. Monat 
U7
Masern-IgG- und HBSAG-Titer bei gelegentlicher Blutentnahme oder
48. Monat 
U8 
2. MMR –VZV vor Kindergarten, falls keine Windpocken durchgemacht,
60. Monat
U9
(Schulreifetest; FSME bei Urlaub südlich Frankfurt)
6. Lebensjahr 
Einschuluntersuchung; TdPa - 4. HBV (Titer-Soll > 100IE)
10.-13. Jahr
U10
 =J1 Jugend-U;  Td-Pa-HBV-(HAV), VZV-V (falls negative Serologie)
ab 12.-18. Geburtstag:
Gardasil*HPV 16(45), 18(31), 6, 11-Impfung # Gebährmutterkrebs
alle 10 Jahre 
Td-Pa-HBV (ggf. MMR-Nachholimpfung

Eure Kinder sind nicht Euer Besitz! 

Sie sind Töchter und Söhne der Sehnsucht des
Lebens nach sich selbst.

Ihr könnt Ihnen Eure Liebe geben,
aber nicht Eure Gedanken!

Bild - Blumenwiese von einem Kind mit Bundstiften gemalt

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